Optocycle · Print · Fünf Produkte, zwei Sprachen

Zehn Flyer, ein Raster

Produktflyer für die fünf Systeme von Optocycle, jeweils zweiseitig und in deutscher und englischer Fassung. Konzept, Raster, Satz und Reinzeichnung von mir.

Diese Blätter liegen auf Messetischen und werden im Anschluss an Gespräche mitgegeben. Sie müssen deshalb zwei Dinge gleichzeitig können: in drei Sekunden erkennbar sein und eine Woche später noch beantworten, warum man mit diesem Anbieter reden wollte.

Unternehmen
Optocycle GmbH, Tübingen
Umfang
5 Produkte × 2 Seiten × 2 Sprachen
Format
A4, beidseitig, Druck und PDF-Versand
Meine Rolle
Konzept, Raster, Satz, Reinzeichnung, Sprachfassungen — allein verantwortlich
Farbe und Schrift des Projekts
Indigo#596DF6Navy#161D4FOrange#FF6D2DWeiß#FFFFFF

Schrift im Original: Space Grotesk, Ziffern tabellarisch.

Hinweis zur Vertraulichkeit

Diese Arbeiten sind im Rahmen meiner Anstellung bei der Optocycle GmbH entstanden; die Rechte liegen beim Unternehmen. Gezeigt wird ausschließlich Material, das bereits veröffentlicht wurde oder für die Veröffentlichung bestimmt war. Zu internen Zahlen, Abläufen, Verträgen und nicht veröffentlichten Entwürfen mache ich keine Angaben.

Personenbezogene Daten Dritter habe ich, wo sie nicht ohnehin öffentlich sind, aus den Abbildungen entfernt. Wer eine Abbildung hier nicht sehen möchte, schreibt mir kurz — dann ist sie weg.

Ausgangslage

Fünf Produkte, die sich ähnlich sehen

Die fünf Systeme unterscheiden sich nicht im Prinzip, sondern in der Situation: Der eine erfasst Material auf dem LKW, der nächste auf dem Förderband, der dritte am Haufen, der vierte auf der Schiene, der fünfte lässt den Fahrer selbst auslösen. Technisch verwandt, im Betrieb ganz verschieden.

Das ist genau die Lage, in der Produktkommunikation kippt. Entweder man schreibt fünf Mal fast dasselbe — dann sieht der Leser den Unterschied nicht. Oder man gestaltet fünf Mal frei — dann sieht er nicht mehr, dass es eine Familie ist. Die Lösung ist ein strenges gemeinsames Raster mit genau einer variablen Stelle.

Der Aufbau

Vorderseite verkauft, Rückseite belegt

Die Rollentrennung der beiden Seiten ist die wichtigste Entscheidung in diesem Projekt.

Vorderseite

Ein Name, ein Bild, eine Zahl

Der Produktname steht zweizeilig und groß, darunter eine einzige Nutzenzeile. Dann ein Foto aus einer echten Anlage — kein Rendering — und ein Absatz, der in Alltagssprache erklärt, was das System tut.

Unten links sitzt die große Kennzahl. Sie ist der einzige Anker, den man aus drei Metern Entfernung liest, und der einzige Grund, das Blatt in die Hand zu nehmen.

Rückseite

Funktionsumfang und drei Vorteile

Die Rückseite bringt den Funktionsumfang als Pfeilliste — kurz, prüfbar, ohne Adjektive. Darunter drei nummerierte Vorteile: 01, 02, 03, jeweils mit einem kleinen Pfeil nach oben rechts.

Ganz unten der Kontakt mit Ansprechperson und Gesicht. Auf einem Blatt, das nach einem Gespräch mitgegeben wird, ist das die praktisch wichtigste Fläche.

Was über alle zehn Blätter gleich bleibt: Position und Größe des Produktnamens, die Bildecke, die Zahlenzone, das Rasterkreuz an den Blattkanten, die Pfeilform in den Listen und die Kontaktzeile. Was sich ändert: Name, Foto, Text, Zahl. Deshalb liegen fünf Produkte nebeneinander auf dem Tisch und wirken wie eine Familie, ohne dass irgendwo „Produktfamilie“ steht.

Die englische Fassung ist keine Übersetzung im Nachhinein, sondern im Raster mitgedacht: Englische Fachbegriffe sind kürzer, deutsche Komposita länger. Die Textfelder haben deshalb Reserve nach unten, damit beide Sprachen ohne Nachjustieren in derselben Datei sitzen.

Die Blätter

Fünf Produkte, jeweils beide Seiten

Klick vergrößert. Die private Mobilnummer der Ansprechperson habe ich in diesen Abbildungen unkenntlich gemacht — auf den echten Blättern steht sie natürlich.

Vorderseite des Produktflyers Truck Imager: Produktname, Anwendungsfoto, kurzer Beschreibungstext und eine große Kennzahl
Truck Imager — Vorderseite. Erfassung am Wareneingang, während der LKW über die Waage rollt.
Rückseite des Produktflyers Truck Imager: Funktionsumfang als Liste, drei nummerierte Vorteile und Kontaktangaben
Truck Imager — Rückseite. Funktionsumfang, drei Vorteile, Kontakt.
Vorderseite des Produktflyers Belt Imager: Produktname, Anwendungsfoto, kurzer Beschreibungstext und eine große Kennzahl
Belt Imager — Vorderseite. Laufende Erfassung des Materials auf dem Förderband.
Rückseite des Produktflyers Belt Imager: Funktionsumfang als Liste, drei nummerierte Vorteile und Kontaktangaben
Belt Imager — Rückseite. Funktionsumfang, drei Vorteile, Kontakt.
Vorderseite des Produktflyers Heap Imager: Produktname, Anwendungsfoto, kurzer Beschreibungstext und eine große Kennzahl
Heap Imager — Vorderseite. Erfassung an der Abkippstelle, direkt beim Entladen.
Rückseite des Produktflyers Heap Imager: Funktionsumfang als Liste, drei nummerierte Vorteile und Kontaktangaben
Heap Imager — Rückseite. Funktionsumfang, drei Vorteile, Kontakt.
Vorderseite des Produktflyers Train Imager: Produktname, Anwendungsfoto, kurzer Beschreibungstext und eine große Kennzahl
Train Imager — Vorderseite. Erfassung von Schienenladungen, von beiden Seiten.
Rückseite des Produktflyers Train Imager: Funktionsumfang als Liste, drei nummerierte Vorteile und Kontaktangaben
Train Imager — Rückseite. Funktionsumfang, drei Vorteile, Kontakt.
Vorderseite des Produktflyers Self Scan: Produktname, Anwendungsfoto, kurzer Beschreibungstext und eine große Kennzahl
Self Scan — Vorderseite. Der fahrergesteuerte Anlieferprozess per QR-Code.
Rückseite des Produktflyers Self Scan: Funktionsumfang als Liste, drei nummerierte Vorteile und Kontaktangaben
Self Scan — Rückseite. Funktionsumfang, drei Vorteile, Kontakt.
Zweite Sprachfassung

Dasselbe Blatt auf Englisch

Beispielhaft der Truck Imager in der englischen Fassung. Gleiches Raster, gleiche Zahlenzone, angepasste Zeilenumbrüche.

Vorderseite des englischen Produktflyers Truck Imager mit identischem Raster wie die deutsche Fassung
Englische Vorderseite. Der Produktname ist ohnehin englisch — den Unterschied macht der Fließtext.
Rückseite des englischen Produktflyers Truck Imager mit Funktionsliste und drei nummerierten Vorteilen
Englische Rückseite. Kürzere Begriffe, dieselben Felder.
Was ich daraus mitgenommen habe

Drei Dinge über Serien im Print

Eine variable Stelle reicht

Mein erster Entwurf variierte Farbe, Bildformat und Zahlenposition je Produkt, weil sich das lebendiger anfühlte. Nebeneinander gelegt war es Chaos. Die Reduktion auf eine einzige veränderliche Zone war die Entscheidung, die aus fünf Blättern eine Familie gemacht hat.

Zweisprachigkeit ist eine Rasterfrage, keine Textfrage

Ich habe zuerst die deutsche Fassung fertiggestellt und dann übersetzt — und musste an mehreren Stellen nachjustieren, weil die Umbrüche nicht mehr passten. Beim zweiten Produkt habe ich die Textfelder von Anfang an für die längere Sprache bemessen. Seitdem baue ich mehrsprachige Layouts immer nach der längsten Sprache.

Ein echtes Foto schlägt ein schönes Rendering

Auf den Blättern ist die tatsächliche Anlage zu sehen, mit Staub, mit Wetter, mit unaufgeräumtem Hintergrund. Das war eine bewusste Entscheidung gegen die glattere Variante: Menschen, die täglich in solchen Anlagen stehen, erkennen sofort, ob jemand schon mal dort war.

Was dieses Projekt zeigt

Print, das im Betrieb überlebt

Produktkommunikation Rastersysteme Typografie Reinzeichnung & Druckvorstufe Mehrsprachiges Layout Informationshierarchie Bildredaktion Serienlogik

Weiter zu den anderen Arbeiten

Das größere Schwesterdokument: das fünfseitige Unternehmens-Factsheet in zwei Sprachen.